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Lehrling mit Auszeichnung

Keine Angst vor Schmutz

Unser Lehrling ist mittlerweile als Meister für uns tätig.

Hessisch Oldendorf (doro). Interesse, technisches Verständnis, Zuverlässigkeit und Freundlichkeit. Das sind die Eigenschaften, die sein Chef an ihm schätzt, glaubt Daniel Bödeker. Und da glaubt er ganz richtig. „Zuverlässigkeit, großes technisches Verständnis und Fleiß“, antwortet Lehrherr Meik Leuschner ohne Zögern, als Daniel nicht in der Nähe ist.

Der 27-Jährige aus Schaumburg ist Anlagenmechaniker für Sanitär- und Heizungstechnik bei Leuschner Haustechnik in Hessisch Oldendorf und gewann unlängst die Jugendhandwerksmedaille, zum ersten Mal verliehen von der Sparkasse Weserbergland für überdurchschnittliche Leistungen. Symbolisieren soll die Medaille mit dem Zollstock: Eine gute Ausbildung ist das Maß aller Dinge.

Das ist nicht selbstverständlich. Immer weniger junge Leute wollen heute eine handwerkliche Ausbildung machen, erzählt Meik Leuschner. Und das geht seit Jahren so. Als er im vorletzten Jahr beim Job-Center anrief, um mitzuteilen, dass er Auszubildende sucht, versprach das Jobcenter zwar, Leute zu schicken, die einen Ausbildungsplatz suchen, aber blicken ließ sich niemand. Das wundert den Meister schon, sei doch allenthalben die Rede davon, dass Ausbildungsplätze fehlten.

Dass die Jugend zu dumm sei, wie von Arbeitgebern immer wieder bemängelt, glaubt Leuschner nicht. Das komme schon mal vor, sei aber nicht die Regel. Es sei wohl eher die Art der Arbeit, die viele Jugendliche abschrecke, mutmaßt er. „Dabei arbeiten wir bei den großen Dreckgeschichten (sprich Abflussreinigung) meist sowieso mit Fachfirmen zusammen.“ „Viele wollen schnell viel Geld verdienen und sich nicht die Hände schmutzig machen“, bestätigt Daniel Bödeker die Vermutung seines Chefs. Von sich selbst sagt er dagegen, dass er keine Lust gehabt habe, im Büro zu sitzen. Planen, bauen und dann sehen, was dabei herauskommt, das sei eher sein Ding. Hart sei es schon manchmal, wenn man beispielsweise Solaranlagen auf dem Dach installiere, Schornsteine verrohre oder Kessel in den Keller schleppen müsse. „Auch Zeit muss man mitbringen, für den Kundendienst ist man auch schon mal samstags, sonntags oder feiertags unterwegs“, sagt Daniel Bödeker. Er selbst habe gewusst, was auf ihn zukomme, sein Stiefvater habe einen eigenen Betrieb gehabt und ihn auf die Idee gebracht, den Beruf zu ergreifen.

Allen, die technisch interessiert sind und Interesse an dem Beruf haben, rät er, ein oder zwei Praktika zu machen. Es sei eine anspruchsvolle und vielseitige Ausbildung, bei der der Anteil an Elektrotechnik ständig steige, erläutert der Geselle, der zur Zeit die Meisterschule in Berenbostel besucht. In seinem Ausbildungsbetrieb arbeitet der 27-Jährige weiterhin auf 400-Euro-Basis. Daniel Bödecker konnte die Ausbildung durch seine guten Leistungen um ein halbes Jahr verkürzen und seine Prüfung vorzeitig abgelegen, dennoch mit hervorragenden Leistungen in Theorie und Praxis – Gesamtnote „sehr gut“. In der Urteilsbegründung der Jury wurde ferner sein Arbeitsverhalten hervorgehoben. Bereits während der Ausbildung hat Daniel Bödeker zusätzlich an Qualifizierungslehrgängen und Kundendienstseminaren teilgenommen.

Von wegen nur Dreckarbeit: Der Anteil an Elektrotechnik steigt bei Sanitär- und Heizungstechnikern stetig an.

Foto: ah
Quelle Schaumburger Zeitung

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